Die häufigsten Schlafstörungen sollen nun kurz erläutert werden.

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Die bekannteste Schlafstörung ist sicher die “Insomnia“. Diese Betroffenen haben hier Probleme damit einzuschlafen, selbst wenn sie müde und körperlich erschöpft sind. Ist es ihnen dann endlich gelungen einzuschlafen, wachen sie oft mehrmals wieder auf, und der Teufelskreis beginnt von vorne. Eine oft unterschätze Schlafstörung ist die Schlafapnoe. Diese äußert sich in Atemproblemen des Betroffenen während des Schlafens. Diese Atemprobleme können von Schnarchen über eine zu schnelle Atmung bis hin zu längeren Atempausen, alles sein. Obwohl diese Störung in mittlerem Maße nicht lebensgefährlich ist, beeinflusst sie schon im frühen Stadium die Schlafqualität. Die Erholungsphase des Schlafes wird immer wieder durch die Atemprobleme gestört, sodass der Schlafende übermüdet wieder aufwacht.

Ähnliche Probleme treten bei den sogenannten Parasomnien auf. Hier schlafen die Betroffenen zwar weiter, aber Symptome wie Schlafwandeln gefährden die Sicherheit des Schlafenden. Ein eher körperliches Problem ist das Restless- Leg- Syndrom. Ein Kribbeln in den Beinen hält die Betroffenen lange wach und vermindert so die Schlafquantität. Menschen, die an Hypersomnie oder Narkolepsie leiden, haben genau die entgegengesetzten Probleme. Während Erstere meist den ganzen Tag über müde sind, fallen Narkoleptiker auch tagsüber plötzlich in Schlaf und gefährden damit sich und andere.

Welche Medikamente gibt es und wo werden diese angewendet?

Medikamente gegen Schlafstörungen lassen sich in verschiedene Klassen aufteilen: Benzodiazepine , Nicht-Benzodiazepine, Antidepressiva, Neuroleptika, Antihistaminika, Chloralhydrate, Clomethiazol und pflanzlich basierte Wirkstoffe.

– Benzzodiazepine

Benzodiazepine sind wohl die bekanntesten. Diese wirken jedoch nicht ausschließlich Schlaffördern, sondern werden in der Medizin auch als angstlösend, zentral muskelentspannend, beruhigend und hypnotisch (Schlaf fördernd) verwendet. Diese Medikamente tragen auch die Bezeichnung Tranquilizer. Dieser Wirkstoff bindet sich an die GABA- Rezeptoren, den wichtigsten hemmenden Rezeptoren im Zentralnervensystem. Benzodiazepine haben, daher aber auch ein hohes Suchtpotenzial.


 

– Antidepressiva

Antidepressiva, sind wohl eher bekannt als Medikament gegen Stimmungsstörungen, finden aber auch bei der Behandlung von Schlafproblemen Einsatz. So können sie neben einer stimmungsaufhellenden Wirkung auch einen entspannenden, also beruhigenden und angstlösenden Effekt haben.


 

– Neuroleptika

Die Neuroleptika finden eigentlich eher Anwendungen bei der Behandlung von Wahrnehmungsstörungen, d.h. akuten Psychosen oder schizophrenen Störungen. Bei der Behandlung dieser psychischen Störungen ist die beruhigende Wirkung oft von zentraler Rolle. Und genau diese Wirkung des Neuroleptikums wird auch in der Behandlung von Schlafproblemen gewünscht. Vorteil der Neuroleptika ist darüber hinaus, dass diese im Gegensatz zu der Gruppe, der Benzodiazepine ein deutlich kleineres Abhängigkeitsrisiko bergen.


 

– Antihistaminika

Diese Medikamente sind bislang ohne Rezept erhältlich. Ihr Schlaf fördernder Effekt ist jedoch auch kleiner als der von Benzodiazepinen. Die Wirkung entfaltet sich meist erst innerhalb von 1 bis 3 Stunden nach der Einnahme. Hier sind jedoch auch die sogenannten Überhangeffekten auf den Tag möglich, (Verminderung des Reaktionsvermögens z.B. Im Verkehr). Vor allem bei Rentern ist dieses Mittel nicht zu empfehlen, da es zur Entwicklung eines Delirs (schwerer Verwirrtheitszustand) führen kann.


 

– Chloralhydrate

Im Gegensatz zu den Antihistaminika findet Chloralhydrat öfter Anwendung bei älteren Patienten. Dieses, schon ältere Medikament, birgt jedoch starke Nebenwirkungen. Chloralhydrat besitzt eine leicht betäubende Wirkung, die circa 30 Minuten nach der Einnahme beginnt und ca. 6 Stunden dauert. Die Langzeitwirkung einer längeren Einnahme ist zudem nicht bewiesen. Da das Medikament in zu hohen Dosen extrem giftig wirkt, sollte es nicht bei Magen-Darm-, Leber-, Herz- und Nierenerkrankungen verwendet werden. Zudem ist eine Einnahme immer nur unter ärztlicher Begleitung zu empfehlen.


 

– Clomethiazol

Dieses Medikament wird eigentlich nicht in der ambulanten Behandlung von Schlafstörungen verwendet, sondern ausschließlich während eines stationären Aufenthaltes. Neben der ausgeprägte Schlaf anstoßende Wirkung birgt es auch ein hohes Abhängigkeitspotenzial und kann sich negativ auf die Atmung auswirken.


 

Pflanzliche Extrakte mit einer schlaffördernden Wirkung, sind:

Baldrian (Valeriana officinalis) ; Hopfen (Humulus lupulus) ; Passionsblume (Passiflora) ; Mellisse (Mellissa officialis) ; Kawain (Extractum Kava)

Der Bonus dieser frei erhältlichen Mittel ist hauptsächlich, dass sie keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auslösen. In wissenschaftlichen Studien konnte eine wahrgenommene Schlaf verbessernde und stimmungsaufhellende Wirkung gezeigt werden. Erste objektive Studien wiesen auch eine Verbesserung der Schlafstruktur nach.

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Vorteile von Schlaftabletten

Eine Schlafmitteltherapie ist bei allen Patienten sinnvoll, die unter ihrer Schlafstörung erheblich leiden und dringend einer Entlastung durch Verbesserung des Schlafes bedürfen. Bei Akuten, d.h. erst seit kurzer Zeit andauernden Schlafstörungen, die als Folge eines Stressfaktors auftreten (Beruf, Familie, Krankheit), sind Schlafmittel eine sinnvolle, wichtige Therapie bei solchen Patienten, die durch die Schlafstörung eine erhebliche Belastung und Beeinträchtigung erfahren. Schlafmittel führen in diesem Fall zu einer schnellen Entlastung des Patienten, der Schlaf verbessert sich durch das Medikament, einer Verselbstständigung wird vorgebeugt. Ein Einnehmen von Medikamenten bei einer Schlafapnoe ist nicht ratsam! Grund dafür ist das Benzodiazepine die Atmung im Schlaf beeinträchtigen (“atemunterdrückend” wirken), kann die Schlafmittelwirkung für den Patienten gefährlich werden.

Gegenüberstellungen von Schlaftabletten zu Hausmitteln

Aber wie sieht das im direkten Vergleich aus? Wann lohnt es sich Schlafmittel zu kaufen und wann lieber Hausmittel ohne Rezept? In akuten Fällen, wo sich alles zuspitzt, ist es wirklich sinnvoll und segensreich Schlaftabletten zunehmen. Voraussetzung hierfür ist allerdings das die Verwendung immer unter ärztlicher Kontrolle geschieht. Der Hausarzt verschreibt also das passende Medikament, legt die Dosis fest und hält mit dem Betroffenen regelmäßig Rücksprache. Schlaftabletten sind jedoch nur in akuten Situationen sinnvoll.

Eine weitere Klassifizierung sollte nach psychogenen und nicht-psychogenen Schlafstörungen stattfinden. Psychogen sind dabei alle Störungen, die ihre Ursache in psychischen Problemen oder Belastungen haben. Baldrian dagegen, eines der klassischen Hausmittel oder auch Milch mit Honig. Inwieweit helfen diese? Baldrian an sich ist dabei eigentlich kein Hausmittel. Der Wirkstoff zählt eigentlich zu den leichten Medikamenten. Als solches kann Baldrian tatsächlich helfen das Ein- und Durchschlafen zu erleichtern. Heiße Milch mit Honig, an sich kann ebenso helfen. Grund für den fördernden Effekt ist hierbei allerdings nicht ein bestimmter Wirkstoff, sondern mehr ein psychologisches Phänomen. Sowohl der rituele Charakter als auch der Placebo-Effekt stützen die schlaffördernde Wirkung von einem Becher heißer Milch mit Honig. Bei akuter, besonders starker Belastung ist jedoch in der Regel, die Schlaftablette den Hausmitteln vorzuziehen.

Was sind eigentlich Schlafstörungen?

Schlafstörungen sind grob gesagt alle Formen des Schlafes, die von “normalem” Schlaf abweichen. Dabei kann sowohl die Qualität des Schlafes gestört sein, in diesem Fall würden Sie sich, obwohl sie 7 Stunden geschlafen haben, nicht ausgeruht fühlen; als auch die Quantität des Schlafes, dies bezieht sich auf zu wenig oder zu viel Schlaf in einer durchschnittlichen Nacht.